Gegen die neue 12-Uhr-Regel für Kraftstoffpreise gibt es offenbar zahlreiche Verstöße. Nach einer Auswertung der Zeitschrift „Auto Motor und Sport“ wurden zwischen der Einführung am 1. April und dem 11. Mai bundesweit tausende unzulässige Preiserhöhungen registriert. Besonders auffällig war demnach die Marke Esso mit 2.772 Verstößen. Auf Platz zwei folgt bft mit 1.479 Fällen.
Die im April in Reaktion auf hohe Kraftstoffpreise eingeführte Regel soll starke Preisschwankungen an Tankstellen begrenzen. Erhöhungen für Benzin und Diesel sind demnach nur noch einmal täglich um 12 Uhr erlaubt, anschließend dürfen die Preise bis zum nächsten Mittag nur sinken. In der Auswertung wurde ein Kulanzfenster von 11.30 bis 12.30 Uhr berücksichtigt, um technische Verzögerungen nicht als Regelverstoß zu werten.
Regionale Schwerpunkte gab es vor allem im Süden. In der Woche vom 29. April bis 6. Mai gab es bundesweit 2.390 Preiserhöhungen nach 12.30 Uhr an 777 Tankstellen. Das entsprach 4,6 Prozent der erfassten Stationen. Bayern lag mit 543 Verstößen an 186 Tankstellen vorn, gefolgt von Baden-Württemberg mit 413 und Nordrhein-Westfalen mit 358 Fällen. Besonders auffällig war Oberbayern: Dort waren 10,7 Prozent der Stationen betroffen. Im Großraum München lagen einzelne Landkreise noch darüber.

